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BERGFEX: Sehenswürdigkeiten - Erste Kirche und Mutterpfarre St. Veit - St. Veit in der Südsteiermark - Ausflugsziel - Sightseeing

Freizeittipps St. Veit in der Südsteiermark

Erste Kirche und Mutterpfarre St. Veit

Karte

Ältestes Zeugnis für den Bestand einer Kirche in St. Veit am Vogau bildet die Nennung eines Geistlichen namens Leutold als plebanus (Pfarrer) zu Vogan (ursprünglich Gegendname des heutigen Kirchorts).

Die Kirche selbst ist erst Jahrzehnte später bezeugt, und zwar 1202 als Sanctus Vitus de Vogan (St. Veit zu Vogan) und 1218 kurz als ecclesia Vogan.

Eine Gründung dieser Veitskirche ist nicht überliefert. Ihr Patrozinium gehört schon dem frühen Mittelalter an (die Verehrung des hl. Veit kam schon im 9. Jahrhundert aus Frankreich nach Mitteleuropa). Der älteste, nicht erhalten gebliebene Kirchenbau erhob sich über Ruinen aus der Römerzeit, das Land um diese Kirche ist ursprünglich Eigentum des Erzbischofs von Salzburg, der zugehörige Seelsorgebereich war ein außerordentlich großer. Alle diese Merkmale kennzeichnen die hiesige Veitskirche als eine sehr alte Mutterkirche und Mittelpunkt einer Urpfarre. Kirche und Pfarre sind somit bereits im Zuge der allgemeinen Christianisierung unseres Landes und der anschließenden Organisation des Pfarrwesens entstanden - also etwa in der Zeit zwischen 950 und 1050,veranlaßt von einem der damaligen Erzbischöfe von Salzburg als den ursprünglichen kirchlichen Oberhirten unseres Landes.

*Hochaltar und Mariengnadenbild *

Im Hauptblickpunkt des Raumes steht der mächtige Hochalter, der triumphbogengleich den Chorschluß füllt. Sein großes Altarblatt mit der Marter des hl. Veit zählt zu den Spitzenwerken der barocken Malerei im Land. Der Künstler baute die Figurengruppe in kühnen Diagonalen auf, deren Bewegung durch prächtige Farbakzente noch verstärkt wird. Vor einem römischen Tempel sitzen Richter und Volk und bestaunen gebannt, wie der jugendliche Heilige in den Kessel mit siedendem Öl gestoßen wird. Vom Himmel schweben Engel mit Märtyrerkrone und der Siegespalme herab. Franz Xaver Palko, der dieses Bild 1752 schuf (datiert und signiert), malte in Wien, Dresden sowie Böhmen, und wurde ob seines hervorragenden Könnens zum sächsischen und kurfürstlich-bayerischen Hofmaler ernannt.

Beiderseits des Bildes sind die Skulpturen der Pflegeeltern des hl. Veit, Modestus und Crescentia, aufgestellt. Besonders qualitätsvoll sind die Figurengruppen, die den Hochaltar außen flankieren, links der hl. Bischof Valentin (Bistumspatron von Passau, Fürbitter bei Gicht und Viehseuchen), dem ein epileptisches Kind zur Heilung dargereicht wird. Rechts Bischof Erhardus (Patron von Regensburg, Viehpatron), der einem Kind das Augenlicht wiedergibt. Im Giebel des Altares ist die himmlische Welt mit dem segnenden Gottvater, anbetenden Engeln, dem Herzen Jesu sowie Putten mit den Symbolen von Glaube und Hoffnung abgebildet.

Im Pfarrarchiv wird vermerkt, dass der Hochalter 1756 vom Tischler Reich und drei Gesellen aufgebaut wurde. Einige Skulpturen dieses Werkes, wie etwa die Erhard- und Valentins-Gruppe, schuf, dem Stilbild nach zu schließen, noch Josef Schokotnigg. Die weiteren Bildhauerarbeiten am Altar und auch den Großteil der Kirchenausstattung fertigte sein Schwiegersohn Veit Königer, der zu den berühmtesten Künstlern des Landes zählt. Königer wurde 1729 in Sexten in Tirol geboren und studierte mit besonderem Erfolg an der Wiener Akademie: 1755 setzen, nachdem er die Bildhauerwerkstätte Schokotniggs übernommen hatte, die ersten Grazer Arbeiten ein (Verkündigungsgruppe Andräkirche, Barmherzigenkriche), die im Verein mit der St. Veiter Ausstattung zu seinen besten Werken zählen. Die Qualität dieser Frühwerke lässt darauf schließen, dass Königer zu Anfang seines Grazer Schaffens noch vieles eigenhändig ausführte, was er später aufgrund der gewaltigen Nachfrage seinen zahlreichen Gesellen übertragen musste.

Geistiger Mittelpunkt der Kirche und Ziel der Wallfahrer, vor allem jener aus den Windischen Büheln, ist das Mariengnadenbild am Altartisch. Es ist eine barocke Kopie des bekannten, angeblich vom hl. Lukas gemalten Bildes Maria Schnee in S. Maria Maggiore in Rom. Dieses Gnadenbild, eine westkirchliche Umprägung des Urbildes der Hodegetria von Byzanz, ist auch auf den in Kupfer gestochenen Wallfahrtsbildern von St. Veit zu sehen.

Bilder von Statuen im Chor

Die Bildwelt im Presbyterium ist der Bedeutung nach angeordnet. Mit den Statuen Christi und Mariens, die zu den Spitzenwerken des Barock im Lande zählen, beginnt die besonders eindrucksvolle Apostelfolge, die dem Kanon der heiligen Messe entspricht und regelmäßig auf die Wandpfeiler des weiten Raumes verteilt ist. Die Apostel künden die Worte Christi in der Welt und im Kirchenraum. Diese weit überlebensgroßen, ausdrucksstarken, nach bestimmten Typen gestalteten Skulpturen, über denen Engel mit Palmzweigen schweben, tragen entscheidend zur Bewegung und Atmosphäre des Raums bei.

Die Reliefs an den prächtigen Oratoriumslogen im Chor schildern Begebenheiten aus dem Veitsmartyrium: Veit wird im Kerker von Gott erleuchtet und befreit; der Heilige besänftigt den Löwen mit dem Kreuzzeichen so sehr, dass dieser ihm die Füße küsst.

Seitlich an den Wänden hängen zwei bemerkenswerte Gemälde aus dem Anfang des 18. Jahrhunderts mit der Darstellung des hl. Josef und Marias, die besonderen volkskundlichen und ikonographischen Wert besitzen.

Kanzel

Die Darstellungen an der schwungvollen Kanzel zeigen am Brüstungsrelief, das von Putten gehalten wird, den zwölfjährigen Jesus im Tempel lehren. An den Seiten die großen Prediger und Künder Johannes der Täufer und Paulus. Am Aufsatz des Schalldeckels thront die Personifikation der lehrenden Kirche mit Tiara, Kreuz und Kelch; darauf bezogen das Buch mit den sieben Siegeln und der Engel mit der Fackel. Die Putten verkünden mit Posaunenschall das Evangelium, dessen Worte von den Jüngern Christi auf zahlreichen Büchern und Spruchbändern dem Beschauer nahegebracht werden.

Oswaldialtar

Am Chorbogen gegenüber baute man den Oswaldialtar auf, der ganz den heimischen Fürbittern der Bauern gewidmet ist. Am Altarblatt der hl. König Oswald aus England über einer Viehherde. An den Seiten der irsche Bischof Patrizius und St. Ägydius, die bei Seuchen angerufen wurden. In der himmlischen Zone des Aufsatzes thront der Erlöser.

Kreuzaltar

Die Skulpturen des Kreuzaltares sind wegen der besonderen Übersteckung der Proportionen sowie der eigentümlichen, expressiven Gestik des Schmerzes dem spätbarocken Manierismus um 1770 zuzuordnen. Den Körper des Gekreuzigten kennzeichnet die anatomische Schulung, die Königer an der Akademie erhielt. Dem Kreuzesopfer wird typologisch im Aufsatz die Aufrichtung der ehernen Schlange zur Verheißung des ewigen Lebens gegenübergestellt, und zwar in der geistigen Verbindung mit der Tafel der zehn Gebote. Engel mit Leidenswerkzeugen umgeben das Herz Jesu, dessen Verehrung seit Beginn des 18. Jahrhunderts immer mehr in den Vordergrund tritt.

Marienaltar

Der Altar auf der gegenüberliegenden Seite ist der Schmerzhaften Mutter geweiht und wurde 1882 in nicht gelungenen neubarocken Formen vom Bildhauer Peter Neuböck an Stelle des ursprünglich hier stehenden Barockaltares geschaffen.
Bilder über den Seitenausgängen

Beim westlichen Seitenportal der Kirche ist das Tor stets geschlossen; dem Volksglauben nach deshalb, da einst unmittelbar vor dem Tor am Friedhof ein Heiligengrab lag, auf dem ein Jasminstock wuchs.

Über diesem, dem linken Seitenausgang, hängt ein noch aus der alten Kirche übernommenes Bild des hl. Ignatius von Loyola, im 17. Jahrhundert von einem unbekannten Meister gemalt. Das Abendmahlbild über dem rechten Seitenausgang stammt dagegen von Anton Jandl, ebenso das Blatt des Annenaltares sowie ein 1780 signiertes Ölbild der Heiligen Familie in der Seitenkapelle. Jandl war ein Schüler des Grazer Malers Raunacher und stand auch im Palko in Verbindung. Seine Spätwerke verraten deutlich den Kraftverlust am Ende des Barock.

Annenaltar

Die Mensa des Annenaltares ist durch ein Stuckrelief mit der Darstellung Mariens und ihrer Eltern geschmückt. Im Glasschrein auf dem Altartisch lagert eine Gewandfigur der hl. Barbara und darüber eine verdorrte Hand mit der Inschrift "Heilige Anna angerührte Hand". Seitlich des gut gemalten, aber verrestaurierten Altarblattes mit einer Darstellung der hl. Anna, die ihre Tochter Maria im Lesen der Bibel unterweist (A. Jandl, 1759), stehen die Skulpturen des Hohepriester Zacharias und seiner Flau Elisabeth. Im Aufsatz ein vorzügliches Relief der Geburt Christi.
Nepomukalter

Beim Nepomukaltar war vermutlich ursprünglich ein anderer Altaraufbau geplant, da an der Mensa die Flucht nach Ägypten zur Darstellung gelangte. Auf dem Tisch steht ein Glasschrein mit der Figur des hl. Franz Xaver, darüber ein Bild der hl. Theresa von Avila. Die Hauptdarstellung schildert im Hintergrund den Brückensturz des hl. Johannes Nepomuk (Patron der Diözese Seckau), der demütig vor der Jungfrau mit dem Kinde kniet. Im Altaraufsatz ist die Zunge des Heiligen, als Zeichen des gewahrten Beichtgeheimnisses, zur Verehrung angebracht.

Gehörten die bisher geschilderten barocken Skulpturen der Raumausstattung nahezu durchwegs der Werkstätte Veit Königers an bzw. wurden in der Frühzeit sogar zum Großteil vom Meister selbst ausgeführt, so haben wir es bei diesem Altar mit einem anderen Kunstkreis zu tun. Die Putten wirken bei weitem provinzieller und auch beim vorzüglichen Altarblatt ist dem Stilbild nach anzunehmen, dass wir es hier mit einer Art des Krainer Malers Valentin Menzinger zu tun haben, der 1759 in Laibach starb.

Orgelempore

Unter der Orgelempore, unmittelbar beim Eingang zur Gruft, der Grabstein des Erbauers des Gotteshauses Johann Freitag; an den Wänden sind eine Reihe barocker und mittelalterlicher Grabsteine angebracht.

Besonders hervorzuheben ist das höchst originelle Epitaph des Caspar von Khienburg (1570), der sich mit seinen zwei Frauen, neun Söhnen und neun Töchtern darstellen ließ. Ferner sei auf ein seltenes Totemschild an der Westwand sowie zwei mittelalterliche Grabsteine an der Ostwand hingewiesen. Über dem Aufgang zum Orgelchor eine Skulptur des hl. Florian von Veit Königer. Zu den kostbarsten Kunstwerken dieser Kirche zählt die mächtige, in Gold-Schwarz gehaltene Orgel, die 1753 vom Stift St. Lambrecht gekauft wurde und vorher in der Wallfahrtsbasilika von Mariazell stand. Sie wurde in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhundert (1680 oder 1688) gebaut und zählt mit der ursprünglichen Traktur und Disposition (20 Register und 926 Pfeifen) zu den bedeutendsten Klangdenkmalen Österreichs.

Deckenfresken

Alte fotografische Aufnahmen vermitteln uns noch das Aussehen des Kircheninneren ohne die Freskenmalereien: der Raum war sehr einfach unter Heraushebung der Gurten und Gesimse, also der Architekturgliederung, gefärbelt, und die Gewölbe waren durch vergoldete Blechsterne belebt. In das Jahr 1904 fallen die ersten Anregungen zur Freskenausstattung des Kirchenraumes; 1908 wurde vor der Kirche Kalk gelöscht und 1914 begann auf Betreiben des Herrn Dechant Saurug der Maler Felix Barazuitti mit der Ausschmückung des Presbyteriums. Barazutti, 1877 in Gemona geboren, erhielt in Venedig und Graz seine Ausbildung, heiratete in Voitsberg eine Steirerin und führte seit 1904 zahlreiche Freskenrenovierungen und Neuschöpfungen im Lande durch. Er gestaltete den gesamten Kirchenraum nach einem nahezu einheitlichen Konzept, dessen geistiger Schöpfer vor allem Kanonikus Saurug war. Man mag zu den Malerein in nachahmenden neobarocken Formen stehen, wie man will, fest steht, dass wir es heute hier mit einem für die Zeit äußerst aktuellen politisch und kulturgeschichtlich hochinteressanten Programm zu tun haben, das vorzüglich den Zerfall eines Zeitalters und das Auftreten der kommunistischen Idee widerspiegelt.

I. Im Gewölbefeld des Chorschlusses sehen wir in Anlehnung an Raffaels Disputa die Verherrlichung des heiligen Altarsakramentes mit den drei göttlichen Personen, Maria und Johannes sowie Putten mit den Evangelien.
II. 1917 führte Barazutti nach vielfachen kriegsbedingten Anfeindungen die Arbeit am ersten Schiffsjoch weiter, mit dem Hauptgedanken: Christus, der im Sakrament des Altares gegenwärtig ist, nimmt durch die Erlösung (in geistiger Bindung dazu stehen auch Kreuz- und Marienschmerzensalter) Wohnung in den Herzen der Menschen, die durch die sieben Hauptsünden geschwächt sind und stärkt sie zur Reise in den Himmel. Wir sehen unter dem Erlöser die Erde mit den Sinnbildern der sieben Hauptsünden. Die Eitelkeit (Pfau, Spiegel), der Völlerei, Unzucht, Trägheit usw. werden als Beispiel der Überwindung die Heiligen Augustinus, Franziskus, Magdalena und Hieronymus gegenübergestellt, während Maria ohne Sünde und Leidenschaft im Himmel für uns bittet.

III. Das Motiv in den Darstellungen beiderseits des HI.-Geist-Loches: nicht bloß die Schwächen gefährden den Weg zu Gott, sondern auch die Verfolgung um des Glaubens willen. Diese Darstellungen mit der Marter des hl. Veit in der Arena und dem Trost der hl. Kommunion sind, wie auch das folgende Freskenfeld, lokalgeschichtlich von hohem Wert, da Barazutti in den Bildern zahlreiche Porträts seiner Mitarbeiter und Geldgeber anbrachte. So verewigte er etwa im sakramentspendenden Priester den Benefiziaten von Straß, Johann Dokter, und in der Kommunikantin die Bauerntochter A. Ploder aus Neutersdorf, oder wir sehen im Amphitheater den Maurer Kindlhofer als Gladiator und unter den Zuschauern den 1971 verstorbenen Grazer Stadpfarrprobst Fabian, der damals Kaplan war.

IV. 1921 gestaltete der Künstler das letzte Schiffsgewölbe mit dem Hauptthema: der Erlöser vermittelt über Pis X. das Kommuniondekret mit dem Sakrament des Altares, das den Gläubigen als Kraftquelle dienen soll. Ringsum im Bild sehen wir die damals zerbrechende Welt, gegen die "Rerum Novarum" Leos XIII. (erste Sozialenzyklika) scheinbar vergeblich ankämpft. Standbilder des Kaiserreiches werden gestürzt, der letzte Habsburger-Herrscher seiner Insignien beraubt: im Hintergrund wiegelt Karl Marx die Arbeiter auf, während rechts im Vordergrund die Bewohner der Dörfer in zahlreichen Porträtstudien aufscheinen. So sehen wir etwa in der Gruppe rechts außen, am Holztisch sitzende, Barazutti selbst, daneben mit der Sichel seine Frau, dann den in der Kirchenmusik mitwirkenden F. Schrampf und den Sohn des Maurers Kindlhofer, während Dechant Saurug den Ehrenplatz als Kommunionspender erhielt.

V. An den Gewölben unter der Orgelempore schließlich sehen wir auf das Altarsakrament bezogene Ereignisse des Alten Bundes, die Mannalese, das Opfer des Meichisedech und die Stärkung des Elias auf der Flucht vor Jezabel.

Kontaktinformationen

Weiterführende Informationen:
http://www.st-veit-vogau.gv.at

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