Kulturweg "Historische ArchitekTouren" | Wald am Arlberg - BERGFEX - Themenweg - Tour Vorarlberg

Themenweg

Kulturweg "Historische ArchitekTouren" | Wald am Arlberg

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Kulturweg "Historische...

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Tourdaten
2,38km
941 - 984m
Distanz
69hm
69hm
Aufstieg
01:30h
 
Dauer
Kurzbeschreibung

Geschichtsträchtiger Kulturweg zum Thema Architektur in Wald am Arlberg im Klostertal.

Schwierigkeit
leicht
Bewertung
Technik
Kondition
Landschaft
Erlebnis
Ausgangspunkt

Wald am Arlberg



Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Beschreibung

Im Rahmen des aus dem Leader-Programm der Europäischen Union geförderten Projekts Historische ArchitekTouren werden in den Orten des Klostertals historische Ortsrundgänge gestaltet, die bemerkenswerte Bauten und ihre Geschichte vorstellen. Die Route in Wald beginnt bei der einstigen Zimmerwerkstätte Gantner beim Stelzistobel (dort wird ab Ende 2019 historisches Handwerk vorgestellt) und führt bis zum Klostertal Museum. Alte Waldner Häuser mit ihren einstigen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie der Ursprung von historischen Haus- und Übernamen werden entlang der Route vorgestellt.

Wegbeschreibung

Werkstätte Gantner, Arlbergstraße 44
In der Mitte des 19. Jahrhunderts entstand an der Stelle der heutigen Werkstätte eine Zündhölzlefabrik. Dabei handelte es sich um den ersten Industriebetrieb in Wald am Arlberg. Als Gesellschafter dieser Fabrik scheinen „Darthe, Fritz und Compagnie“ auf. Es handelte sich dabei um die Söhne des Bärenwirts Jakob Darthe und ihren Schwager Johann Lorenz Fritz, einen bekannten Geschäftsmann in Dalaas. Die Fabrik brannte im März 1866 ab, wurde in weiterer Folge aber wieder aufgebaut. Nachdem seine Geschäftspartner nach Wien gezogen waren, verkaufte Fritz 1891 die Fabrik, deren Betrieb eingestellt worden war, an den aus Frastanz stammenden Martin Reisch. Dieser richtete eine Tapetenfabrik ein, denn die Einrichtung von Häusern mit Tapeten war zu jener Zeit in Mode gekommen. Das Wohnhaus stand früher an der Oberen Gasse bei der Abzweigung Richtung Radona. Es wurde von Reisch abgetragen und neben der Fabrik wieder aufgebaut. Noch vor dem Ersten Weltkrieg wurde der Besitz an den Wiener Fabrikanten Viktor Pelz verkauft, der jedoch im Ersten Weltkrieg vermisst blieb. Das leer stehende Gebäude erwarb in den 1920er Jahren der Schreinermeister Josef Frische. Dieser wiederum verkaufte es an Felix Gantner, der die Fabrik 1930 durch eine neue Werkstätte ersetzte und hier eine Zimmerei betrieb.

Obere Gasse 26
Das Haus am Annabach zählt zu den ältesten Gebäuden in Wald am Arlberg. Vor langer Zeit war hier eine Schmiede untergebracht, die auch in Zusammenhang mit dem Flurnamen „Altaness“ stehen dürfte. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts wohnte eine Familie Schnetzer in diesem Haus, welche es 1849 an Mathias Burtscher verkaufte. 1879 zog hier Josef Walch ein, der aus einer  kinderreichen Familie in Zug stammte. Nach dem Vornamen des Vaters (Sebastian) wurde sie „s´Baschtiana“ genannt. Dieser übersiedelte in der Mitte des 19. Jahrhunderts mit seiner Frau und den Kindern vom Tannberg ins Klostertal. Nach der mündlichen Überlieferung hatte sich die ganze Familie nach einem Lawinenabgang nur noch durch den Kamin retten können Mehrere Generationen der Familie Walch haben das Haus seit 1879 bewohnt. Drei Söhne des Sebastian Walch – der als Sohn des Josef Walch den Namen seines Großvaters erhalten hatte – starben als Soldaten im Zweiten Weltkrieg.

Obere Gasse 30
Dieses unter Denkmalschutz stehende Haus zählt zu den wichtigsten Baudenkmälern von Wald am Arlberg. Der in Blockweise gezimmerte Bau hat sein Aussehen in den vergangenen 100 Jahren kaum verändert. Der Wirtschaftsteil ist hinten versetzt angebaut. Hier befand sich auch eine Werkstätte, wie die großen Fenster beweisen. Die gemauerte Vorderseite des Hauses wurde der Überlieferung nach von einem Bauhandwerker gestaltet, der viele Jahre in Frankreich gearbeitet hatte. Im 19. Jahrhundert war hier eine der vielen Familien namens Burtscher (damals der gängigste Name in Wald) ansässig. 1890 ging das Anwesen an Alberta Burtscher über. Sie war mit einem Zuwanderer aus dem Trentino verheiratet. Anton Dalberto stammte aus Feltre und war im Zuge des Baus der Arlbergbahn ins Klostertal gekommen. Der jüngste Sohn Andreas übernahm im Laufe des 20. Jahrhunderts den elterlichen Besitz. Er verstarb am Ende des 20. Jahrhunderts im Alter von fast 100 Jahren und zählte zu den Originalen des Dorfes.

Obere Gasse 25
Wenn man der dörflichen Überlieferung Glauben schenkt, handelt es sich bei diesem Haus um das älteste Gebäude von Wald am Arlberg. Zu diesem zählte im 19. Jahrhundert eine Färberei, die sich in unmittelbarer Nähe am Annabach befand. Als Hausname bürgerte sich daher die Bezeichnung „Färbers“ ein. Diesen trug zunächst die hier ansässige Familie Gantner. Durch die Heirat der Tochter Amalie mit dem aus Schruns stammenden Franz Josef Fritz ging er auf die Familie Fritz ein. Der älteste Sohn Karl  war als „Färbers Karle“ eine bekannte Persönlichkeit in Wald, der unter anderem langjähriger Feuerwehrkommandant und ein geschätzter Experte für Viehkrankheiten war. Sein Bruder feierte 1901 seine Primiz und war zunächst Kurat in Au-Rehmen, später Pfarrer in Warth und schließlich fast drei Jahrzehnte lang Pfarrer in Raggal.

Pfarrhof, Obere Gasse 17
Nachdem die erste Kirche von Wald 1728 geweiht worden war, bemühten sich die Bewohner des Ortes fast zehn Jahre lang um einen eigenen Geistlichen. Diesem Ansinnen stellten sich die Dalaaser entgegen, da sie finanzielle Einbußen befürchteten. 1737 wurde den Waldner die Errichtung einer eigenen Expositur der Pfarre Dalaas zugestanden. 1941 wurde Wald schließlich zur eigenen Pfarrei erhoben. Der erste Geistliche von Wald war der von hier stammende Johannes Big. Ihm folgte vorübergehend Rudolf Lentsch aus dem Montafon und schließlich Leonhard Josef Jochum, der 20 Jahre lang als Seelsorger in Wald wirkte. Zu Beginn seiner Amtszeit wurde 1739 der Bau des Kuratie-Widums begonnen, des heutigen Pfarrhauses. Der aus Wald stammende Zimmermeister Johann Purtscher erhielt den Auftrag, „vier gestrickte Gemächer aufeinander“ zu bauen. Im Keller ist die Jahreszahl 1740 ersichtlich, in diesem Jahr wurde das Gebäude offensichtlich fertiggestellt. Zunächst wurde hier auch der Schulunterricht abgehalten, bis Wald 1783 ein eigenes Schulgebäude erhielt. Insgesamt waren bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts 14 Priester in diesem Gebäude wohnhaft. Dabei ragen vor allem die Amtszeiten von Johann Josef Fiel (1903 bis 1960) und seinem Nachfolger Anton Kegele (1961 bis zu seinem Tod 2013) heraus.

Obere Gasse 13
Dieses mächtige Gebäude dürfte vor mehr als 200 Jahren, als der gesamte Verkehr noch über die heutige Obere Gasse geführt wurde, eine wichtige Funktion gehabt haben. Dies legen die mächtigen Kellerräumlichkeiten nahe. Erst 1824 wurde die heutige Bundesstraße durch Wald als Umfahrung eröffnet. Im 19. Jahrhundert wohnte in diesem Gebäude eine Familie namens Burtscher, die zur Unterscheidung von den vielen anderen Burtscher-Familien in Wald den Vulgonamen „Brazer“ trug, der auf die Herkunft des Vaters zurückzuführen war. Johann Josef Burtscher (1829-1880) war Zimmermann und kam als solcher beim Bau von Holzbrücken in ganz Süddeutschland zum Einsatz. Außerdem konstruierte er den Kirchturmhelm der alten Kirche von Wald. In dieser war er auch als Organist tätig. 1855 heiratete er die aus Wald stammende Anna Maria Bachmann (vulgo „Fuchslochers“). Seine weiteren Ehefrauen waren Maria Katharina Tschohl aus Klösterle und die Witwe Elisabeth Dachauer geb. Tschohl, die Stifterin der Kapelle zur Schmerzhaften Maria in Danöfen. Die Nachkommen des Johann Josef Burtscher zogen aus dem Klostertal Richtung Unterland. Sein Urenkel war der Anwalt Hans Laternser, der es als Verteidiger bei den Nürnberger Prozessen zu zweifelhafter Berühmtheit brachte. Das einstige Anwesen der Familie Burtscher kam Ende des 19. Jahrhunderts in den Besitz der Familie Gantner. Karl Gantner, der 1947 bis zu seinem Tod 1954 Bürgermeister von Dalaas war, richtete hier auch eine Schuhmacherwerkstatt ein.

Ferien- und Seminarhaus Wald12, Obere Gasse 12
Das Nachbaranwesen des Klostertal Museums ist in Wald als „s´Türka Hus“ bekannt, benannt nach der ehemaligen Besitzerfamilie Türk. Es wurde ursprünglich 1578 errichtet und erhielt im 19. Jahrhundert sein heutiges Aussehen. Zur Mitte des 19. Jahrhunderts fanden zahlreiche Besitzerwechsel statt, was auf die große Armut im Klostertal in jener Zeit hinweist. 1850 gelangte das Haus in den Besitz von Franz Josef Schuler, dem das benachbarte Anwesen – das heutige Klostertal Museum – gehörte. Sein Enkel Karl Ludwig Thöny verkaufte das kleinere Haus an seinen Schwager Franz Josef Walch. Dieser war mit seiner Familie aus Zug zugewandert und wurde ob seiner Herkunft (Parzellenname) „Eggbua“ genannt. Nach seinem frühen Tod gelangte das Haus in den Besitz von Franz Josef Türk. Dessen Vater Matthias war Mitte des 19. Jahrhundert aus Burgberg im Allgäu ins Klostertal gezogen und fand als Köhler Arbeit. Nach dem Tod der letzten Bewohnerin Rosa Thöny geb. Türk gelangte das Türk-Haus in anderen Besitz. Es wurde in den vergangenen Jahren revitalisiert und wird heute als Ferien- und Seminarhaus genutzt.

Klostertal Museum
Die Geschichte des heutigen Klostertal Museum ist sehr gut dokumentiert. Das ursprüngliche Gebäude wurde 1642 von Kaspar Wachter errichtet und im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut. Sein heutiges Aussehen erhielt es 1874, als es von einem Paarhof zu einem Einhof umgebaut wurde. Die Besitzerfolge war eine direkte bis zum letzten Bewohner Valentin Thöny, dem Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Enkel von Kaspar Wachter. Nur der Name wechselte zweimal durch Heirat. 1731 übernahm die Familie Schuler den Hof und 1844 die Familie Thöny. Von Ludwig Josef Anton Thöny, der für den Umbau 1874 verantwortlich zeichnete, stammt der Hausname „Ludovikis“. 1880 übernahm Karl Ludwig Thöny das Anwesen. Ende des 19. Jahrhunderts war die Familie einer der reichsten des Klostertals. Die Familien Schuler und Thöny waren vor der Gründung der Raiffeisenbank bekannte Geldverleiher. Die siebenjährige Kriegsgefangenschaft von Karl Thöny im Ersten Weltkrieg und die Inflation nach dem Krieg schmälerten den Reichtum der Familie beträchtlich. Seine Söhne wurden 1932 nach dem frühen Tod der Eltern zu Vollwaisen. Andreas und Valentin Thöny wurden von ihrer Tante Karolina und ihrem Onkel Ludwig aufgezogen. Andreas starb 1944 als Soldat im Zweiten Weltkrieg. Sein Bruder Valentin übernahm das Anwesen und bewirtschaftete es bis 1959. Nachdem seine Ziehmutter und seine Taufpatin gestorben waren, verließ er den Hof und ging nach Innsbruck, um Theologie zu studieren. 1969 wurde er zum Priester geweiht. Sein Elternhaus wurde ab den 1980er Jahren in das Klostertal Museum umgewandelt und als solches 1994 eröffnet.

Höchster Punkt
984 m
Zielpunkt

Wald am Arlberg


Sicherheitshinweise

NOTRUF

140 Alpine Notfälle österreichweit
144 Alpine Notfälle Vorarlberg
112 Euro-Notruf (funktioniert mit jedem Handy/Netz) 

www.alpenregion-vorarlberg.com/sicherheitstipps-wandern


Anreise
Öffentliche Verkehrsmittel

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