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Die Herrschaftskirche in Kleinmurham . . .

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Ein Auszug aus der Geschichte der Ministerialkirche Kleinmurham

Der Name Murham wird als Moorheim gedeutet und stamt aus frühbayrischer Zeit. Urkundlich begegnen wir Murham und den Murhaimern erstmalig im 12. Jahrhundert. Es war ein "heinricius de murheim" der um 1150 einmal und um 1190 zum zweiten Male als Zeuge in Reichersberger Urkunden aufscheint. Im 12. Jahrhundert war nur von Murham die Rede und im 13. Jahrhundert jedoch unterschied man schon ein unteres Murham, heute Großmurham in der Gemeinde Mörschwang, und ein oberes Murham, heute Kleinmurham, zur Gemeinde Weilbach gehörend. Im unteren Murham unterhielten die Murhaimer einen großen Meierhof, im oberen Murham jedoch stand ihr Edelsitz, ein Familiengut, das mit besonderen Freiheiten ausgestattet war. Laut Aufzeichnungen ein Hof mit einem Herrenhaus, dessen Komplex sich von gewöhnlichen Bauernanwesen abhob. Viele dieser Sitze waren mit einem Wassergraben umgeben. Man vermutet auch auch jener in Kleinmurham, da die Murhaimer zwei gegengekehrte, waagrechte, gestielte Binsenkolben im Wappen führten.

Der Name Murham wird als Moorheim gedeutet und stamt aus frühbayrischer Zeit. Urkundlich begegnen wir Murham und den Murhaimern erstmalig im 12. Jahrhundert. Es war ein "heinricius de murheim" der um 1150 einmal und um 1190 zum zweiten Male als Zeuge in Reichersberger Urkunden aufscheint. Im 12. Jahrhundert war nur von Murham die Rede und im 13. Jahrhundert jedoch unterschied man schon ein unteres Murham, heute Großmurham in der Gemeinde Mörschwang, und ein oberes Murham, heute Kleinmurham, zur Gemeinde Weilbach gehörend. Im unteren Murham unterhielten die Murhaimer einen großen Meierhof, im oberen Murham jedoch stand ihr Edelsitz, ein Familiengut, das mit besonderen Freiheiten ausgestattet war. Laut Aufzeichnungen ein Hof mit einem Herrenhaus, dessen Komplex sich von gewöhnlichen Bauernanwesen abhob. Viele dieser Sitze waren mit einem Wassergraben umgeben. Man vermutet auch auch jener in Kleinmurham, da die Murhaimer zwei gegengekehrte, waagrechte, gestielte Binsenkolben im Wappen führten.

Die Murhaimer hatten einen Besitz in Murau bei Weierfing, heute Gemeinde Aurolzmünster, und einen Edelsitz Murau in der heutigen Gemeinde Utzenaich, den sie an die Herren von Tattenbach verkauften, diese ließen ihn verfallen. Das Wohnhaus "Pfleger in Murau" erinnert heute noch an seinen ehemaligen Standort.

Die Freien von Murham waren Ministerialen der Passauer Kirche. Als solche dürften sie auch die erste Kirche im 12. Jahrhundert in Kleinmurham gebaut haben. So dürfte die Annahme auch berechtigt sein, dass bereits zu Zeiten Heinrichs in Kleinmurham eine Kirche erbaut wurde. Aus dem 13., 14. und 15. Jahrhundert gibt es zahlreiche Schriftstücke, die dies bezeugen.

Der Bau der Kirche in Kleinmurham dürfte in zwei Bauperioden unterteilt gewesen sein. Die früheste Baudatierung, welche eindeutig schriftlich aufgezeichnet ist, stammt aus dem Jahr 1465, jedoch geht immer wieder aus Urkunden und dergleichen aus dem 12. Jahrhundert bereits das Bestehen einer Kirche hervor. Oben genannte Baudatierungen handeln von Renovierungsarbeiten des Presbyteriums. Sie bezeugt die Fertigstellung des gesamten Baues in diesem Jahr. Weiters geht aus den Aufzeichnungen hervor, dass das Langhaus aber bereits 100 bis 150 Jahre älter sein muß. Kunstgeschichtlich ist das Langhaus, der Bau als solcher, vor allem wegen seines fast quadratischen Grundrisses (4m x 5m) und der flachen Holzdecke von großer Bedeutung. Einige Forscher sehen darin ein großes Nachwirken der früheren Holzbauweise in unserem Gebiet. Die erste Kirche, sagen sie, müssen wir uns in ihrem ursprünglichen Rohstoff als einen Holzbau vorstellen. Der Umgang mit Holz als Baustoff fordert vor allem die Schaffung von Räumen mit quadratischer oder annähernd quadratischer Bodenfläche. Bei der vorauszusetzenden Technik mit liegenden Baumwalzen (Blockbau) wird man der bequemeren Arbeit wegen Stämme gleicher Dicke verwendet haben, die bei gleicher Holzart auch in gleicher Länge am besten anwendbar waren. Auch die flache Abdeckung ist ein Zeugnis für die gotische Holzbauweise im Innviertel. So ist die heutige Kirche in Kleinmurham eine urtümlich-einfache "Versteinerung" einer dörflichen Holzkirche, wie wir sie uns für die Zeit vor der gotischen Blüte im Innviertel denken müssen.

Das Presbyterium (Altarraum), das 1465 vollendet wurde, ist von hervorragender Schönheit. Die aufgefundene Jahreszahl 1465 steht über zwei Wappen mit zwei verschiedenen Steinmetzzeichen. Das Presbyterium wurde im spätgotischen Stil erbaut, zu einer Zeit, da im ganzen Innviertel eine rege Bautätigkeit herrschte, die leider auch vieles Alte zerstörte. Hier wohl einen zu klein gewordenen älteren Chorraum. der Raum schließt mit den 5 Seiten eines Achtecks. Das Gewölbe zeigt gut erhaltene Netzrippen. Diese bestehen, wie das gotische Maßwerk der Fenster, aus Tuffstein. Die Halbkreisdienste zeigen in ihrer Basis das gotische Muster. Ein Schmuckstück der Kirche ist auch die Kirchentür mit gotischem Türklopfer und Eisenbeschlägen mit geschmiedeten Lilien. Zweifelos die Arbeit eines einheimischen Meisters. Sie gibt einen Begriff davon, wie damals auch in kleinen Landgemeinden allgemein das Bedürfnis nach künstlerischem Schmuck herrschte. Dabei handelt es sich um eine Periode wirklich volkstümlicher Kunst. Es findet sich in ganz Österreich kaum eine solche Dichte an gotischen Beschlägen wie gerade im Innviertel.

Patrozinien, Glocken und Friedhof

Es ist anzunehmen, daß die Kirche ursprünglich dem hl. Valentin als passauischen Diözesanheiligen geweiht wurde. Im Zuge der gotischen Kreuzesmystik kam dann später als Zweites das Patrozinium vom hl. Kreuz dazu. Dies wohl im Zuge der Neuerbauung des Presbyteriums und eines zugehörigen gotischen Flügelaltares. Ab ca. 1600 bestand daher ein Doppelpatrozinium. Heute ist die Kirche dem hl. Kreuz geweiht.
Bis zum Zweiten Weltkrieg befanden sich zwei alte Glocken im Kirchenturm. Während des Ersten Weltkrieges waren sie an die Pfarrkirche ausgeliehen. Im Zweiten Weltkrieg wurden sie abgeliefert, die kleinere Glocke kam zersprungen zurück. Sie wurden für die neuen Glocken der Pfarrkirche eingegossen. Diese zeigen ein Kreuzes- und Valentinsbild, während die größere Glocke ohne Bilder war. Durch das eifrige Bestreben des 1965 gegründeten Filialkirchenvereines Kleinmurham wurde eine neue Glocke (48 kg schwer) angekauft, welche am 20. Novemer 1965 durch Pfarrer Konsistorialrat Wolfgang Leitner geweiht wurde. Sie ist mit dem Kreuzesbild versehen und trägt die Inschrift: "Beschirme, o Herr, dein Volk durch das Zeichen des Kreuzes. Weilbach, Kleinmurham, 1966; Glockengießerei St. Florian bei Linz."

Bereits im 19. Jahrhundert und neuerdings im Jahre 1960 bei einem Garagenbau, wurden Menschengebeine um die Kirche herum gefunden, welche auf einen Friedhof schließen lassen. Eine größere Anzahl von Toten wurde hier auf alle Fälle nach dem 30jährigen Krieg 1648 /49 begraben, als durch den Schweden- und Franzoseneinfall die Umgebung von Hungersnot, Pest und Ruhr heimgesucht wurde.

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