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Museum für Ur- und Frühgeschichte

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Das Museum für Ur- und Frühgeschichte ist in einem Seitentrakt des Marktschlosses am Hauptplatz untergebracht.

Die Funde basieren auf der ehemals im Rathaus Wieselburg untergebrachten Stefan-Denk-Sammlung. Auf Grund der reichen Bestände an Bodenfunden von der Steinzeit bis in das frühe Mittelalter, beschränkt sich das neue Museum ausschließlich auf die Ur- und Frühgeschichte. Diese wird überblicksmäßig mit den Funden aus dem Erlauftalgebiet illustriert.

Bericht aus dem Museum für Ur- und Frühgeschichte:
Schmuckmode der Bronzezeitdamen vor 3500 Jahren! "Ein völlig unversehrter Bronzearmreifen aus der nächsten Umgebung von Wieselburg." So berichtet Stefan Denk in seinem Buch "Das Erlaufgebiet in ur- und frühgeschichtlicher Zeit" (1962) über eines der schönsten Exponate des jetzigen Museums für Ur- und Frühgeschichte in Wieselburg. Er schreibt weiter, dass der ehemalige Lehrer Karl Patacek diesen Armreifen in den 20er Jahren von einem Schulkind bekommen habe.

Er sei in der Nähe von Wieselburg in Richtung Mühling - Schauboden gefunden worden. Leider sind dieses spärlichen Angaben die einzigen Hinweise zur Herkunft und Fundumstand. Trotzdem erzählt dieses interessante Zeugnis längst vergangener Epochen viele Details über Tracht, Brauchtum und Handwerkskunst der Mittelbronzezeit (1600 - 1200 v.Chr.).

Dieser Abschnitt der Bronzezeit (2300 - 800 v.Chr.) wird im Raum zwischen Rheinland und den Karpaten als Hügelgräberkultur bezeichnet. Die Verstorbenen wurden unter Hügeln bestattet. Je nach Wichtigkeit der bestatteten Personen waren die Beigaben für die Verstorbenen zum Teil von sehr beachtlichem Ausmaß: Bronzediademe, Bronzegürtel, Nadeln, Ohrgehänge, Gewandaufsätze, Gefäße aus Ton und Armreifen aus Bronze

Von anderen Fundplätzen dieser Zeit gibt es zahlreiches Vergleichsmaterial, sodaß aufgrund der Gleichartigkeit der Beigaben eine Mode im Totenbrauchtum erkennbar ist. Insbesondere der Frauenschmuck war äußerst vielfältig und prächtig. Die bronzenen Gegenstände glänzten ursprünglich goldgelb und trugen noch nicht ihre düstere dunkelgrüne Patina. Das Bronzehandwerk war hoch entwickelt und die Produkte äußerst beliebt. Die Verzierungsmotive wie Girlanden, Bögen und Linienbündel wurden in den gegossenen Armreifen eingeritzt und eingeputzt.

Dieser Stil lag voll im Trend und war weit verbreitet vom östlichen Frankreich bis Ungarn. Ob die Reichhaltigkeit der Beigaben unbedingt dem Reichtum der bestatteten Person darstellt oder deren soziale Stellung und oder vielleicht gar einen religiösen Hintergrund hatten ist uns zumindest bisher verborgen geblieben. Auch wissen wir nicht wie viel davon lediglich als Totentracht zu verstehen ist oder auch die gleiche Rolle in der Tracht der Lebenden gespielt hat. Als gesichert gilt auf jeden Fall, daß all der Schmuck nicht zur Alltagskleidung zu zählen ist.

Diana-Statuette (Kopie) mit einheimischer (nordischer) Tracht (langes drapiertes Kleid); Pfeil und Köcher sind typische Attribute der Jagdgöttin und Göttin der Tiere. (Original im Kunsthistorischen Museum)

Zum Vergleich: Auch die Erlauftaler Goldhaubentracht wird und wurde nicht ständig getragen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit gehörte auch dieser Armreifen zu einer Hügelbestattung einer bronzezeitlichen Frau und kam beim Ackern ans Tageslicht. Vielleicht wurden so noch weitere umliegende Gräben unbemerkt zerstört. Obwohl wir weder wissen, wo das Grab lag, ob der Armreifen noch doch nur ein verlorenes Einzelstück ist oder wo die Besitzerin ihre Siedlung gehabt hat, so lassen sich doch Details erkennen, Zusammenhänge erahnen und Beobachtungen machen, die uns einen kleinen Einblick in das Leben vor dreieinhalbtausend Jahren gewähren.

Kontakt:
Museum Haupteingang
Hauptplatz 7, 3250 Wieselburg
Ansprechpartner: Stadtgemeinde Wieselburg, Hauptplatz 26, 3250 Wieselburg
Tel. +43/(0)7416-52319 (DW 38 - Fax)

Öffnungszeiten:
Mo. – Do. 9.00 - 11.00 Uhr und 13.00 - 16.00 Uhr,
Fr. 9.00 - 11.00 Uhr

  • Anmeldung: Rathaus
  • Besichtigungsdauer: ca. 1/2 Stunde
  • Führungen: auf Wunsch möglich

Kontaktinformationen

Weiterführende Informationen:
http://wieselburg.riskommunal.net/system/web/ge...

Anfragen an:
office@wieselburg.at
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