Die Rundlingsdörfer des Wendlands
Ganz oder halbrund, hufeisen- oder keilförmig
„Rundlinge“ heißen die für das Wendland so typischen Dörfer, bei denen sich die Häuser kreisförmig um einen runden Dorfplatz scharen. Früher einmal war diese...
Ganz oder halbrund, hufeisen- oder keilförmig
„Rundlinge“ heißen die für das Wendland so typischen Dörfer, bei denen sich die Häuser kreisförmig um einen runden Dorfplatz scharen. Früher einmal war diese Dorfform weit verbreitet, nirgends in Deutschland aber, blieben diese Dörfer so gut erhalten wie im Wendland. Über 100 Rundlinge existieren noch heute in der Region und sie alle unterscheiden sich voneinander. Unterschiedliche Formen, Größen und Haustypen machen jedes Dorf einzigartig.
Wer mit dem Auto unterwegs ist, hat das große Glück zeitlich und örtlich flexibel zu sein und sie so, ganz nach dem eigenen Geschmack und Interesse, besuchen zu können. Einen Vorschlag für eine Autotour zu den schönsten und sehenswertesten Rundlingen des Wendlands präsentieren wir Ihnen hier.
1 START
Als Start der Tour eignet sich Lüchow. Das kleine Fachwerkstädtchen bietet nicht nur historische Gebäude mit malerischen Fassaden, sondern auch die nötige Infrastruktur, um sich mit Proviant für den Rest der Tour zu versorgen und das Auto noch einmal aufzutanken.
i.wend Gästeinformation im Wendland |Johannisstraße 2-3 | 29439 Lüchow (Wendland) Tel. 05841 - 974 73 86
Öffnungszeiten: 15. April - 15. Okt.: Mo - Fr 10:00 – 16:30 & Sa 10:00 – 13:00 Uhr | 16. Okt. - 14. April Mo - Fr 10:00 – 15:00 Uhr
2 5 km · 8 min
Von hier aus geht es nach Lübeln. In dem ca. 6 km von der Kreisstadt entfernt liegenden Dorf gibt es ein Freilichtmuseum, das sich ausführlich mit der Siedlungsgeschichte des Wendlandes und der Entstehung der Rundlinge beschäftigt. Mehrere historische Gebäude aus dem ganzen Landkreis, die im Rundlingsmuseum wiederaufgebaut wurden, vermitteln den Besuchern einen Eindruck vom früheren Leben in den Dörfern und den Besonderheiten der Niederdeutschen Hallenhäuser.
Rundlingsmuseum | 29482 Lübeln Nr. 2 | Tel. 05841 - 96 29 70 | www.rundlingsmuseum.de
Öffnungszeiten: 01. April bis 31. Oktober, Di - So & feiertags 10:00 – 17:00 Uhr, Mo Ruhetag.
3 4,8 km · 8 min
Weiter geht es über Gühlitz nach Satemin, das in der Region des Niederen Drawehn liegt. Satemin gehört zu den größten Rundlingen. Ca. 20 Vierständer Hallenhäuser umgeben den Dorfplatz. Entstanden ist dieser Rundling als Folge eines Großbrandes, der im 14. Jahrhundert den Nachbarort Prilip vernichtete. Die zerstörten Häuser wurden daraufhin in den Sateminer Rundling integriert. Noch heute heißt es auf einigen Spruchbalken: „Erbaue, was zerstöret und was die Gluth verheeret“.
4 1,4 km · 3 min
Ebenfalls Folge eines Brandes ist die heutige Form des Dorfes Jabel. Nachdem der nordöstliche Teil des Rundlings im Jahr 1838 abbrannte, wurde er als Straßendorf wiederaufgebaut. Während die keilförmige Rundlingsstruktur auf der westlichen Seite des Dorfes noch deutlich zu erkennen ist, sind die übrigen sechs Höfe nebeneinander entlang der Straße angeordnet. Jabel ist somit ein gutes Beispiel für Veränderungen der Dörfer nach Großbränden. Hauptgrund dafür, dass sich ein Brand meist rasend schnell verbreitete und ganze Dörfer zerstörte, waren die mit Roggenstroh gedeckten Dächer. Das getrocknete und gebündelte Roggenstroh bot einen sicheren Schutz vor Regen und Wind. Im Sommer, wenn die Halme ausgetrocknet waren, reichte jedoch oft ein einziger Funke, um die Dächer innerhalb kürzester Zeit in Brand zu setzen. Manche Spruchbalken der wiedererrichteten Häuser erinnern noch heute an diese Brandkatastrophen.
5 5 km · 8 min
5 km von Jabel entfernt liegt Schreyahn. Das Dorf, das als einer der schönsten Rundlinge des Wendlands gilt, erreicht man mit dem Auto am besten über Güstritz. Auch in diesem Rundling lohnt sich ein Zwischenstopp und ein Blick auf die sogenannte „Rübenburg“, ein außergewöhnlich großes und prächtiges Wohnhaus aus dem 19. Jahrhundert.
Schreyahn zeichnet sich, neben seinem dichten Bestand an giebelständigen Vierständer-Hallenhäusern, vor allem durch seine geschlossene Dorfstruktur aus.
6 10,8 km · 16 min
Über die Rundlingsdörfer Püggen und Bausen geht es weiter nach Prießeck. Während in Püggen drei der ältesten Hallenhäuser des Landkreises, nämlich zwei Dreiständerhäuser aus den Jahren 1632 und 1658, sowie eine seltene Wassermühle von 1651 stehen, ist in Bausen die gut erhaltene Hufeisenform aus dem 13. Jahrhundert besonders bemerkenswert.
Angekommen in Prießeck lassen sich hier noch heute drei der mittlerweile äußerst seltenen Dreiständer-Hallenhäuser bewundern. Gebaut wurden diese, nachdem auch dieses Dorf um 1780 durch einen Großbrand zerstört worden war.
Wer Lust hat noch ein paar frische, ökologisch angebaute Lebensmittel aus der Region für zu Hause mitzunehmen, kann hier beim Hofladen Meyer anhalten.
Öko-Meyer | 29459 Prießeck 18 | Tel. 05844 - 8737 | www.oeko-meyer.de | Hofladen
7 13,1 km · 13 min
Von Prießeck geht es über Klein Witzeetze, Breustian und Breselenz weiter nach Jameln. Im großen Rundling des Dorfes stehen eine kleine reetgedeckte Weberkate sowie ein historisches Göpelhaus. Zudem finden sich hier drei weitere der ältesten Häuser im Wendland. Es handelt sich dabei um drei Zweiständer-Hallenhäuser aus den Jahren 1611, 1681 und 1719. In einem von ihnen befindet sich ein Restaurant mit vielfältigem Speisenangebot.
Altes Haus | 29479 Jameln Bahnhofstr. 1 | Tel. 05864 - 608 | www.jameln.de Öffnungszeiten: Do - So 18:00 – 0:00 Uhr
8 5,5 km · 9 min
Weiter geht es über Breese im Bruche, Soven und Liepehöfen nach Klein Heide. Das Dorf wurde aus Hochwasserschutzgründen auf einer künstlichen Wurt oder Warft angelegt. Deutlich unterscheiden sich die hiesigen Zwei- und Vierständer-Häuser von denen des „Niederen Drawehn“ durch ihre andere Dachform. Statt mit einem Steilgiebeldach, wurden die Häuser dieser Region typischerweise mit Halbwalmdach errichtet. Das Älteste von ihnen stammt wahrscheinlich noch aus dem 17. Jahrhundert und mehrere der übrigen Häuser sind über 200 Jahre alt. Inklusive der Zufahrtsstraße mit seiner alten Eichenallee steht daher auch hier der gesamte Rundling unter Denkmalschutz.
9 14,2 km · 16 min
Anschließend geht es durch Groß Heide und Zadrau, vorbei an Siemen und Dünsche nach Gedelitz. In Siemen fährt man dabei am ältesten Haus des Wendlands, einem Dreiständer-Hallenhaus von 1576 vorbei. Das in der Dorfstraße gelegene Haus steht etwas von der Straße zurückgesetzt und ist daher nicht ganz leicht zu entdecken.
Während es sich bei Dünsche, wie auch bei Siemen, um ein traditionelles Rundlingsdorf handelt, ist Gedelitz ein Beispiel für ein ehemaliges Rundlingsdorf, welches, wie es in diesem Teil des Wendlands üblich war, nach einem Großbrand als Straßendorf wiederaufgebaut wurde.
Dreiständer Hallenhaus von 1576 | Siemener Dorfstraße 5 | 29476 Gußborn
10 4,9 km · 5 min
In den Trebeler Bauernstuben kann man nach Vorbestellung sogar Lunchpakete oder ein fertiges Picknick für eine Pause im Grünen erhalten. Das ehemalige Rundlingsdorf Trebel, dessen Struktur heute jedoch kaum noch zu erkennen ist, erreicht man über die beiden kleinen, aber dennoch sehr sehenswerten, Rundlingsdörfchen Marleben und Klautze. Sehenswert ist in Trebel auch die Feldsteinkirche aus der Zeit um 1250. Wer das Gotteshaus mit seiner historischen Orgel von Johann Georg Stein besichtigen möchte, kann den Schlüssel im Pfarramt erhalten (Tel. 05848 - 323).
Trebeler Bauernstuben | 29494 Trebel | Am Markt 5 | Tel. 05848 - 213 | www.trebeler-bauernstuben.de | nach Jahreszeiten unterschiedlich geöffnet
11 11,7 km · 15 min
Von Trebel aus führt die Tour weiter nach Groß Breese, Lanze und Simander. Bei allen drei Dörfern handelt es sich um ehemalige Rundlinge, die nach Dorfbränden als Straßendörfer wiederaufgebaut wurden. Große Bäume stehen in den Dörfern rechts und links der breiten Durchfahrtsstraße und tragen zum eindrucksvollen Dorfbild
der Orte mit ihren historischen Hallenhäusern bei. Zahlreiche alte Vierständer-Hallenhäuser stehen hier mit ihren geschmückten, mit Spruchbalken versehenen, Giebeln zur Straße hin.
12 4 km · 4 min
Hat man die Atmosphäre dieser Dörfer auf sich wirken lassen, geht es weiter in die Rundlinge der früheren Geestinsel „Lemgow“. Typisch für die Rundlingsdörfer hier im südöstlichen Teil des Landkreises ist, dass
die Häuser viel weiter vom Dorfplatz zurückstehen als in anderen Regionen des Wendlands. Durch die, den historischen Häusern vorgelagerten Vorgärten und Höfen, vermitteln diese Dörfer so einen viel offeneren und
großzügigeren Eindruck.
Erste Station ist hier das Dorf Schmarsau. Mit der Zeit ist es zu einem relativ großen Ort angewachsen, in dessen Mitte sich der große und gut erhaltene Rundling befindet. Mitten auf dem baumbestandenen Dorfplatz
gibt es einen Spielplatz und einen Unterstand als Dorftreff. Umgeben wird der Platz von historischen Vierständer-Hallenhäusern.
13 2,5 km · 3 min
Ebenfalls einen Besuch wert ist das Dorf Großwietzeetze. Von Schmarsau aus dauert die Fahrt über Bockleben nur etwa drei Minuten. In dem Dorf findet sich ein großer sehr regelmäßiger Rundling mit altem Baumbestand und Vierständerhäusern aus dem 19. Jahrhundert. Bemerkenswert ist die alte Milchbank, die noch immer auf dem Dorfplatz steht. Früher einmal stellten hier die Bauern ihre Milchkannen ab, die dann gemeinsam in die nächste Molkerei gebracht wurden.
14 12,3 km · 13 min
Fast ist nun schon das Ende der Tour durch die sehenswertesten Rundlinge des Wendlands erreicht. Bevor es zurück nach Lüchow geht, lohnt es sich jedoch noch einen Blick in das Dörfchen Loge zu werfen. Deutlich sieht man hier, wie unterschiedlich die Rundlingsdörfer auch hinsichtlich ihrer Größe waren und noch immer sind. Loge ist einer der kleinsten Rundlinge im Wendland, mit nur vier, dafür aber sehr gut erhaltenen, Vierständer-Hallenhäusern. Mit ihren bunten Toren bilden diese ein Halbrund um den kleinen Dorfplatz. Am besten erreicht man den Ort über Schweskau vorbei am Rundlingsdorf Puttball und an Lichtenberg, dem größten Straßendorf des Lemgow. Anschließend geht es durch Woltersdorf, bevor man nach etwa 12 km Loge erreicht.
2,3 km · 3 min
Von Loge zurück ins Zentrum von Lüchow, dem Ausgangspunkt der Tour, sind es jetzt nur noch ca. 2 km. Hier kann man die gewonnenen Eindrücke gut bei einem Abendessen in einem der örtlichen Restaurants nachklingen lassen.
Die Gesamtstrecke beträgt knapp 100 km. Die reine Fahrzeit liegt bei etwas über zwei Stunden. Wir wünschen Ihnen eine angenehme Tour.
Der Streckenverlauf der Tour ist nicht ausgeschildert. Fahren Sie entweder nach Karte oder geben Sie die Zwischenziele in Ihr Navigationsgerät ein.
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