Grenzwanderweg Landkreis Sonneberg
Schwierigkeitsgrad: T1
Mehr als 30 Jahre teilte Deutschland eine unmenschliche Grenze. Im Schatten des Todesstreifens konnte sich die Natur weitgehend unberührt entwickeln. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten fanden hier Rückzugsgebiete....
Mehr als 30 Jahre teilte Deutschland eine unmenschliche Grenze. Im Schatten des Todesstreifens konnte sich die Natur weitgehend unberührt entwickeln. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten fanden hier Rückzugsgebiete. So ist ein wertvolles Biotopverbundsystem — das Grüne Band — entstanden. Der ehemalige Grenzstreifen mit seiner Gesamtlänge von 1.393 km stellt damit das größte Wald- und Offenland-Biotopverbundsystem Mitteleuropas dar — eine Perlenkette der Natur.
Thüringen hat mit 763 km den längsten Abschnitt der ehemaligen innerdeutschen Grenze und trägt somit eine besondere Verantwortung. Ende 2018 wurde das „Grüne Band Thüringen“als Nationales Naturmonument (NNM) ausgewiesen. 89 km der ehemaligen Grenze verlaufen am Rande des Landkreises Sonneberg. Der Kolonnenweg der Grenztruppen de DDR wurde in ein touristisches Wegesystem integriert und erschließt nun das Nationale Naturmonument "Grünes Band Thüringen".
Der Grenzwanderweg erschließt die noch vorhandenen Grenzsicherungsanlagen. Diese sind Zeugnis der jüngeren Geschichte und kulturhistorisch von großer Bedeutung.

Der Wanderweg folgt in großen Teilen dem gut erhaltenen Kolonnenweg. Er führt von Rennsteig bei Spechtsbrunn über die Ausläufer des Hohen Thüringer Schiefergebirges durch den Frankenwald und folgt dort der historischen Herr- und Handelstraße von Nürnberg nach Leipzig. Über den Sattelpass bei Neuenbau gelangt man ins Tettautal und Heinersdorf. Bei Neuhaus-Schierschnitz findet der Besucher Reste einstiger Steinkohlezechen. Südlich taucht man in die Streusiedlung der Wustungen ein. Um den dominanten Mupperg herum quert man die bedeutsame "Gebrannte Brücke" zwischen Sonneberg und Neustadt - eine mittelalterliche Fernstraßenbefestigung. Hier wurde zur Wendezeit die Abschaffung der innerdeutschen Grenzkontrollen zwischen den beiden deutschen Staaten besiegelt.
Durch verschiedene Naturschutzgebiete steigt der Weg steil hinauf zum Generalsblick. dort kann man gut Rasten. Im stetigen Auf und Ab gelangt man zum geschleiften Ort Korberoth und dem innerdeutschen Hochwasserschutz-Modellprojekt Froschgrundsee. Im Sommerhalbjahr begeistern die blütenreichen Kalktrockenrasen Richtung Emstadt. Durch die Görsdorfer Heide erreicht man auf einsamen Wegen das Grenzturm-Museum an der A73 Autobahnanschlussstelle Eisfeld Süd, untergebracht in einer ehemaligen Grenzübergangsstelle.
Ja
Der Grenzwanderweg im Landkreis Sonneberg liegt in einigen Abschnitten abseits von Ortschaften; genügend Proviant ist darum mitzuführen.
Der Kolonnenweg ist als Postenweg der Grenztruppen gebaut, leicht zu finden aber mitunter schwer zu begehen.
Die Region ist auf der A73 über die Anschlussstelle Eisfeld Süd erreichbar. Von dort führt die B281 hinauf zum Rennsteig und weiter nach Spechtsbrunn und die B89 in Richtung Kronach.
Mit dem Zug (Südthüringenbahn) zum Bahnhof Eisfeld oder Neuhaus am Rennweg und weiter zu Fuß über den Rennsteig nach Spechtsbrunn. Sonneberg ist elektrifiziert an das bayerische Schienennetz angeschlossen. Neben dem Bahnhof starten Busse in die umliegenden Orte.
Am Start, Ziel und den Seiteneinstiegen sind ausreichend kostenfreie Parkplätze vorhanden.
T1
Die Stiftung Naturschutz Thüringen bietet ständig kostenfreie, geführte Wanderungen im Nationalen Naturmonument Grünes Band Thüringen an.
Die Reste der Grenzmauern in Heinersdorf und Görsdorf erinnern heute an die Deutsche Teilung und liegen direkt am Grenzwanderweg im Landkreis Sonneberg.
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