Große Leiterspitze Überschreitung Rundtour
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Wir parken am kostenlosen Tagesparkplatz in Gramais, empfehlenswert schon recht früh loszugehen. Am heutigen Tag sind über 30 Grad vorhergesagt, da wirds dann oben auch schon recht warm. Wir laufen den...
Wir parken am kostenlosen Tagesparkplatz in Gramais, empfehlenswert schon recht früh loszugehen. Am heutigen Tag sind über 30 Grad vorhergesagt, da wirds dann oben auch schon recht warm. Wir laufen den flachen Weg hinter zum Branntweinboden ca. 45 Min am Otterbach entlang bis zur Abzweigung der beiden Hauptwege. Die Schilder bei der Abzweigung zeigen für die Leiterspitze auf den Weg, der nach rechts geht (4h) jedoch wählen wir den linken Weg Richtung Guflsee / Württemberger Haus. Das hat zwei Gründe: Erstens machen wir eine Rundtour und der Abstiegsweg wäre dann aus Richtung Guflsee / Württemberger Haus. Dieser Weg ist aber im Abstieg wirklich nicht zu empfehlen.... Zweitens haben wir dann Im Aufstieg die längere Wegstrecke zum Gipfel (5h), also bei Abstieg die kürzere, was sich positiv auf den mentalen Tourablauf auswirkt. Also nichts wie hoch Richtung Guflsee / Württemberger Haus, hier schon nach kurzer Zeit die ersten Drahtseilversicherungen, welche man nicht unbedingt benötigen würde. Nur an einer Stelle etwas ausgesetzt über einer Schlucht ist das Seil gut zu gebrauchen. Nach einer Stunde Aufstieg erreichen wir die nächste Wegverzweigung (links zum Guflsee, rechts zum Württemberger Haus). Wir biegen nach rechts ab und laufen weiter bergauf an der Guflhütte (Hirtenhütte) vorbei, ab hier wieder ein Stück bergab und schon kommt die nächste Verzweigung. Bis hier her alles gut ausgeschildert und markiert. Ab jetzt wird der Weg schmäler und man merkt das er wenig begangen wird. Bald erreichen wir den wunderschönen, grün schimmernden Bittrichsee. Hier weiter bergauf bis sich der Weg nun wieder teilt, nach links zum Württemberger Haus und zur Bitterscharte hoch, nach rechts Richtung Leiterscharte. Allerdings ist rechts kein Weg mehr erkennbar, also laufen wir weglos weiter Richtung Leiterscharte. Dann auf einmal wieder rote Markierungen mit weitem Abstand, die bis zur Leiterscharte führen, ein gscheiter Weg ist aber nicht vorhanden. Wir meistern dann die steile Schuttflanke der Endmoräne des nicht mehr vorhandenen Leiterferners, dann wird es im Schotter kurz wieder etwas flacher bis die endgültige Steilflanke hinauf zur Leiterscharte erreicht ist. Hier hinauf ist es durchaus eine Herausforderung, die richtigen Tritte zu finden. Viel rutschiger Schotter und dünnes Gebrösel wechselt sich mit losen Felsbrocken ab. Gesamter Weg bis hier her T3. Jetzt sind wir an der Scharte zwischen der kleinen und der großen Leiterspitze angekommen. Es geht dann Richtung Westen hoch zur Leiterspitze ca. noch 100 hm. Nach ein paar Meter kommen die ersten Kletterstellen und man packt die Stöcke am besten weg, denn es kommen noch weitere Stellen, wo man Hände und Füsse gänzlich einsetzen muss. Der Wegverlauf ist leicht ausgesetzt und von der Scharte zum Gipfel T4. Auf dem Gipfel wie immer ein toller Ausblick, von der Leiterspitze aus scheint er aber noch herrlicher zu sein als von den anderen Gipfeln. Die Höhe (2750) überragt halt doch so manchen Nachbargipfel und man kann bei guter Sicht bis ins Ortlermassiv schauen. Das Gipfelbuch verrät einen selten besuchten Ort, denn das Büchlein ist schon seit 16 Jahren dort und viele Seiten hat es nicht.... Vom Gipfel den gleichen Weg hinunter zur Scharte, dort dann den Abstieg Richtung Norden anpeilen, der von oben recht grantig aussieht. Dann die prompte Bestätigung, ein wirklich herausfordernder Abstieg. Viel lockerer Schotter und Brösel auf recht steilen felsigem Untergrund, lose Brocken die man lostreten kann. Aber im Aufstieg wäre es sicher nicht einfacher. Nach ca 30 min Abstieg wird es flacher, im Schotterbett dann ein dünner Weg bergab, kaum markiert, aber im Gelände nachvollziehbar. Und so gelangen wir nach einer hangwärts verlaufenden Partie auf das grasige Alblitjöchl. Hier wieder Schilder, die uns nach Gramais leiten, erst über flache grasige Flächen, dann wieder steiler hinab über Alpenrosen und Latschenfelder. Manchmal ist der Weg hier ein bischen zugewachsen. Beim Abstieg ein grandioser Blick in den Talkessel über dem Branntweinboden, wo überall zahlreiche Wasserfälle in die Tiefe rauschen. Eine tolle Szene, obwohl Hochsommer ist und immer noch diese Wassermengen herunter kommen, das hebt die Stimmung beim doch recht mühsamen Abstiegsweg. Unten Im Talkessel angekommen quert man noch zwei Bäche, die zum Fußbaden einladen, denn es kommt ja noch der Rückweg nach Gramais, der noch ca. 45 Minuten dauert. Die gesamte Tour ist aufgrund ihrer Länge, den Kletterstellen und dem Abstieg von der Leiterscharte herunter als schwer einzustufen. Hauptsächlich T3 Wege, das kurze Stück von der Scharte zum Gipfel und runter von der Scharte T4. Theoretisch könnte man natürlich auch andersherum laufen. Insgesamt landschaftlich wirklich sehr lohnend und extrem einsam, da kaum begangende Wege und Gipfel in der Nähe.



































Weitere Wegvariante: Vom Alblitjöchl übers Mintschejoch Richtung Gufelhütte, hier wieder zurück auf den Aufstiegsweg bei der Gufelhütte. Das ist der Weg Nr. 621 mit nochmal zusätzlichen 100 hm Anstieg und etwas mehr Wegstrecke. Auch sehr angenehm zu laufen.
Oder vom Alblitjöchl noch hoch zur Landschaftsspitze und dann Abstieg ins Landschaftskar (alles weglos). Hier zusätzlich nochmal 240 hm.
Gasthof in Gramais, von der Terrasse aus sieht man den Gipfel der großen Leiterspitze :-)
Bergfex Tourenbeschreibung
AV Karte Parseierspitze
Ja
Ja
Ja
Ja
Ja
Normale Bergausrüstung, Helm, Powerbank
Steinschlaghelm wegen dem Leiterjoch (leichte Kletterei zum Gipfel) und Abstieg in der Schuttrinne. Hier werden leicht Steine losgetreten.
Auto
Keine
In Gramais
Die kleine Leiterspitze kann man hier nicht besteigen bzw. nur mit vollständiger Kletterausrüstung.
Am besten sehr früh losgehen und viel Zeit einplanen zum längeren Gipfelaufenthalt bzw. Aufenthalt an den Seen.
Webcams der Tour
Aktivitäten entlang der Tour
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